20231124-Allianz-EV-Plattform-Detailsseite-Blog-Stromer-auf-Wasser-Header-Image-1920x1080px-pg.jpg

Share:

Kommt die E-Revolution auch auf dem Wasser?

Sie haben es sicher gelesen, liebe Leserinnen und Leser. Die E-Mobilität nimmt Fahrt auf. Am Durchbruch der E-Mobilität auf der Strasse zweifelt heute nur noch eine Minderheit und vielleicht auch ein wenig Herr Akio Toyoda, seines Zeichens bekennender Autoliebhaber, ehemaliger Rennfahrer und CEO von Toyota Motors (mehr zu Mr. Toyoda und seiner Vision in einem zukünftigen Blog-Beitrag). Aber heute geht es hier für einmal nicht um Elektroautos, sondern um Boote. Richtig schöne Boote. Boote mit einer grossen Batterie und einem Elektroantrieb. Porsche & Co. arbeiten jedenfalls bereits kräftig an der Zukunft. Maritim affine Leserinnen und Leser sollten sich den Namen Frauscher × Porsche 850 Fantom Air also schon mal merken. Aber lesen Sie selbst.

Norwegen hat bei den E-Auto-Neuzulassungen die Marke von 80 % bereits geknackt. Damit sind die Nordländer klarer Weltmeister. In der Schweiz lag der Anteil von Januar bis Oktober 2023 zwar erst bei 20 % – aber die Tendenz zeigt auch hierzulande klar nach oben. Und ab 2035 dürfen in der EU bekanntlich keine Autos mit Verbrennermotor mehr verkauft werden, mit wenigen Ausnahmen – nachzulesen hier. Die Zeichen für die E-Mobilität auf der Strasse stehen also auf Grün. Aber wie sieht es auf dem Wasser aus? Spoiler: ganz so schnell wie auf der Strasse wird es auf dem Wasser leider nicht gehen, aber spannend ist die Entwicklung allemal.

Öffentlicher Transport

Es tut sich was auf dem Wasser.

1. lautloses Dahingleiten

Bereits am 2. April 2023 hat die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft mit dem Einsatz von drei neuen, vollelektrisch angetriebenen Limmatbooten einen Schritt in Richtung klimaneutrale Mobilität gemacht. «Fluvius», «Navalis» und «Pontus», wie die drei Boote getauft wurden, reduzieren den jährlichen CO2-Ausstoss um rund 100 Tonnen. Das Highlight ist aber das lautlose Dahingleiten über die Limmat – ein Erlebnis für sich. Probieren Sie es aus.

2. MS Heimat

Auch die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee will ihre Passagiere künftig mit Elektroantrieb befördern. Dazu wurde das über 90 Jahre alte Schiff MS Heimat von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüstet. Sie ist das erste nachträglich elektrifizierte Kursschiff der Schweiz. Auf dem Bodensee verkehrt mit der MS Insel Mainau seit September 2022 ein erstes Linienschiff mit Elektroantrieb. 2025 soll ein Schwesterschiff in Betrieb genommen werden.

3. Vorreiterrolle: Norwegen

International sind elektrifizierte Transportschiffe bereits seit einigen Jahren erfolgreich im Einsatz. Eine Vorreiterrolle nimmt auch auf dem Wasser Norwegen ein. Dort ging die erste mit einem rein elektrischen Antrieb und Lithium-Ionen-Batterien ausgerüstete Autofähre im Mai 2015 in Betrieb. Die auf den Namen «Ampère» getaufte Elektrofähre transportiert bis zu 360 Passagiere und 120 Personenwagen auf einer Strecke von 6 km im Sognefjord nördlich der Stadt Bergen. Das Frachtschiff Yara Birkeland mit einer Tragfähigkeit von 3200 Tonnen wird seit gut einem Jahr in norwegischen Gewässern im Batteriebetrieb getestet. Norwegen will bis 2050 den gesamten Schiffsverkehr in den Fjorden mit Elektroantrieben bestreiten.

4. Auch elektrisches Containerschiff

Natürlich wollen auch die Chinesen ganz vorne mit dabei sein. Am 26. Juli 2023 hat das staatliche chinesische Schifffahrtsunternehmen Cosco das bislang grösste vollelektrische Containerschiff der Welt in Betrieb genommen. Das Zubringerschiff N997 verfügt über Energiespeicher von gewaltigen 50 Megawattstunden und wird von zwei Elektromotoren mit einer Leistung von jeweils 900 kW angetrieben. Weitere elektrisch angetriebene Containerschiffe sollen folgen.

Private E-Boote

Auch Motorboote für private Kapitäne gibt es elektrisch.

Bei Segelbooten ist die Elektrifizierung der Aussenbordmotoren längst angekommen. Bei herkömmlichen Motorbooten ist die Trendwende gemäss der in Meilen beheimateten Werft Portier-Yachts aber bisher noch ausgeblieben. Nun nimmt Porsche zusammen mit der österreichischen Werft Frauscher einen Anlauf. Rausgekommen ist ein Elektromotorboot der Extraklasse.

Das 8,67 Meter lange und 2,49 Meter breite Boot hält tatsächlich, was es verspricht: beste Verarbeitung, höchste Qualität, exklusives Design und dank der Elektromotoren unübertroffene Leistungsparameter. Beim Drehmoment kann kein herkömmliches Motorboot mithalten. Für die Kurven musste das Drehmoment sogar reduziert werden, damit die Fahrt komfortabel beherrschbar bleibt. Theoretisch wäre ein Top-Speed von 54 Knoten, also 100 km/h, möglich. Aus Sicherheitsgründen wurde die Geschwindigkeit aber bei 85 km/h abgeriegelt – was einem natürlich immer noch die Tränen in die Augen treibt.
 
Die optimale Cruising-Geschwindigkeit liegt bei 41 km/h (22 kn). Bei diesem Tempo kann mit einer Batterieladung rund eine Stunde lang bzw. 45 km weit gecruist werden. Bei langsamer, sogenannter Verdrängungsfahrt sind sogar Reichweiten von über 100 km möglich. 

Weder dröhnt ein Motor, noch reckt sich der Bug steil in den Himmel. Fast waagerecht gleitet das Boot über das Wasser – alles dank der im Boden untergebrachten Lithium-Ionen-Batterie (100 kWh Kapazität) und dem damit verbundenen tiefen Schwerpunkt. Entspannte Haltung, freie Sicht und zu hören ist nur ein angenehmes Summen, untermalt von Wasserrauschen – und alles ohne den störenden Geruch von Abgasen. 

20231124-Allianz-EV-Plattform-Jörg-Kerner-Zitat-Image-600x600px-pg-v1.png
Mit rund einer Million Euro für sechs einfach zu installierende Schnellladesäulen könnte der gesamte Gardasee für E-Boote fit gemacht werden
Jörg Kerner
Leiter Baureihe Porsche Macan

Auch wenn die Auswahl an Elektrobooten für uns Hobbykapitäne noch recht bescheiden ist, ist die Frauscher × Porsche 850 Fantom Air natürlich nicht das einzige elektrifizierte Boot auf dem Markt. Die finnische Werft Q Yachts OY hat mit der Q30 oder der Q24 seit einiger Zeit entsprechende Boote im Angebot. Weitere Modelle, die bereits auf dem Markt sind, sind Alfastreet 21 Open Electric, Marian 800 Spyder, Capoforte Aq 240i, Chill Elektroboot, Stickl E-Spirit 730 oder Kaebon EB Eins. Wobei keines dieser Boote an die Leistungsparameter der elektrischen 850 Fantom Air herankommt.

Gesetzliche Grundlage

Was sagt eigentlich das Gesetz?

Ab 2035 gilt in der EU ein Verkaufsverbot für Personenkraftwagen mit Verbrennungsmotor. Für den Schiffsverkehr ist ein solches Verbot derzeit nicht absehbar. Einige Länder und Städte gehen aber schon weiter.
1. Ab 2030 nur noch elektrisch auf den Balearen

In Spanien hat die balearische Landesregierung ein Gesetz verabschiedet, das regelt, wie Mallorca und die Nachbarinseln ihre Klimaschutzziele erreichen wollen. Um auch die Wirtschaft auf den Balearen auf Nachhaltigkeit zu stimmen, dürfen bis 2030 nur noch Elektro-Yachten auf Mallorca und den Nachbarinseln vermietet werden.

2. Amsterdam, Venedig, usw.

Auch Amsterdam und Venedig haben reagiert und entsprechende Gesetze verabschiedet. So hat der Amsterdamer Stadtrat vor kurzem beschlossen, bis 2025 alle benzin- und dieselbetriebenen Boote im Stadtzentrum zu verbieten. Schätzungsweise mehrere tausend Freizeitboot-Halter, die mit ihren Booten auf den Kanälen im Umkreis von 10 km um das Stadtzentrum unterwegs sind, werden von der Umstellung auf Elektromobilität direkt betroffen sein.

Gut zu wissen

Weltpremiere auf der «boot» in Düsseldorf

Ihre offizielle Weltpremiere wird die Frauscher x Porsche 850 Fantom Air übrigens im Januar 2024 auf der Fachmesse «boot» in Düsseldorf feiern. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, nun auf den Geschmack gekommen sind, können Sie schon heute unter www.frauscherxporsche.com eine dieser schicken Yachten reservieren. Geplant ist zunächst eine exklusive First Edition von 25 Exemplaren. Ab 2024 sollen die ersten Boote an die glücklichen Kundinnen und Kunden ausgeliefert werden. Etwas Kleingeld braucht es aber. Ab 561 700 Euro sind Sie dabei – netto wohlverstanden. Wer es etwas günstiger mag, kann sich die Q30 der finnischen Firma Q Yachts Oy kaufen. Dort sind Sie ab 200 000 Euro dabei. Im Vergleich dazu ist der neue vollelektrische Macan von Porsche, mit 1000 Nm, 100-kWh-Batterie und 500 km Reichweite, der 2024 auf den Markt kommen soll, fast schon ein Schnäppchen. Ab voraussichtlich 100 000 Euro gehört der neue Elektro-Porsche Ihnen.

Sie sind schon elektrisch auf dem Wasser unterwegs? Teilen Sie Ihre Meinung und Ihre Eindrücke mit uns: electrix@allianz.ch

PS: Mehr zur Frauscher x Porsche 850 Fantom Air, der Q30 oder dem weltweit grössten Elektro-Containerschiff finden Sie hier:

Frauscher x Porsche 850 Fantom Air 

Q30

Elektro-Containerschiff

Weitere E-Boote